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Ibuprofen: Antworten auf die häufigsten Fragen zum Schmerzmittel

Alltag

Ibuprofen: Antworten auf die häufigsten Fragen zum Schmerzmittel

Ibuprofen ist für viele Deutsche das Schmerzmittel der Wahl. Fast jeder kennt den Wirkstoff, der in jeder Apotheke unter verschiedenen Handelsnamen wie Aktren®, Neuralgin® extra etc. erhältlich ist. In diesem Ibuprofen Guide wollen wir einen umfassenden Überblick über das Schmerzmittel bieten und die häufigsten Fragen von Verbrauchern / Patienten beantworten.

Inhalt

Wogegen nimmt man Ibuprofen ein?

Die Indikationen von Ibuprofen sind Schmerzen verschiedener Art. Am häufigsten wird es bei:

  • Kopfschmerzen,
  • Regelschmerzen und
  • Gelenkschmerzen eingesetzt.

Neben einer schmerzstillenden Wirkung wirkt Ibuprofen fiebersenkend und ab einer Dosierung von 1000 mg auch entzündungshemmend. Damit erweitert sich das Einsatzgebiet beispielsweise um grippale Infekte mit Begleiterscheinungen wie Halsschmerzen.

Ibuprofen wurde in den 1950er und 1960er Jahren im Zuge eines Forschungsprojekts bei The Boots Pure Drug Company Ltd. unter der Leitung des Pharmakologen Stewart Adams entdeckt. Ziel war es, neue Arzneistoffe zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen zu entwickeln. Der Name “Ibuprofen” ist aus einer Umstellung der Strukturformel 2-(4-Isobutylphenyl)propionsäure abgeleitet.

Bis zu welcher Dosis ist Ibuprofen rezeptfrei?

Ibuprofen ist apothekenpflichtig, dort jedoch bis zu einer Dosierung von 400 mg pro Tablette rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Ab einer Dosis von 600 mg wird für den Wirkstoff Ibuprofen ein Rezept vom Arzt benötigt. Häufig werden Ibuprofen Tabletten mit einer Dosierungen von 800 mg Wirkstoff verschrieben.

Wie wirkt Ibuprofen?

Ibuprofen ist ein sogenanntes nicht-steroidales Analgetikum (NSAR). Andere Schmerzmittel dieser Kategorie sind beispielsweise Acetylsalicylsäure (ASS) und Diclofenac. Alle Wirkstoffe dieser Gruppe haben das gleiche Wirkprinzip: Sie hemmen das Enzym Cyclooxygenase (I und II) und damit die Ausschüttung spezieller Gewebshormone, sogenannte Prostaglandine, die an Entzündungsprozessen im Körper und damit auch dem Schmerzempfinden beteiligt sind. Interessanterweise scheint Ibuprofen deshalb auch bei Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen wirksam zu sein.

Welche Ibuprofen Nebenwirkungen können auftreten?

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Ibuprofen (und anderen NSAR) zählen Magen-Darmprobleme wie:

  • Durchfall,
  • Übelkeit und
  • Schmerzen.

In besonders schweren Fällen kann es auch zu Magengeschwüren oder Magenblutungen kommen. Diese Nebenwirkungen resultieren vor allem in der prostaglandinhemmenden Wirkung von Ibuprofen – die Gewebshormone sind an der Schleimhautprotektion des Magens beteiligt. Weil Ibuprofen über die Leber und Nieren abgebaut wird, können bei dauerhafter und hoch dosierter Ibuprofen Einnahme auch Leber- und Nierenschäden auftreten. Außerdem scheint sich das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zu erhöhen. Ebenso gibt es Hinweise darauf, dass Ibuprofen bei dauerhafter Einnahme die Fruchtbarkeit von Männern negativ beeinflussen kann.

Wie viel Ibuprofen darf man nehmen?

Grundlegend sollten Schmerzmittel wie Ibuprofen exakt wie im Beipackzettel beschrieben oder vom Arzt empfohlen eingenommen werden. Für die Selbstmedikation gilt für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren eine Tageshöchstdosis von 1200 mg als Richtwert (3 Tabletten Ibuprofen 400 mg / Tag). Außerdem gilt, dass Ibuprofen ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei Tage hintereinander und an weniger als 10 Tagen pro Monat eingenommen werden sollte. Wenn ein Arzt es für richtig hält, kann auch eine Dosierung von 2400 mg oder 3600 mg täglich angemessen sein. Hierfür gibt es dann allerdings ein Rezept.

Dürfen Kinder Ibuprofen nehmen?

Ja, dürfen sie. Allerdings ist hier besondere Vorsicht geboten: Die maximale Tagesdosis richtet sich hier nach dem Körpergewicht. Als Richtwert gelten 20 bis 30 mg Ibuprofen pro kg Körpergewicht.

Beispiel: Ein Kind mit 30 kg sollte auf keinen Fall mehr als 600 mg Ibuprofen innerhalb von 24 Stunden zu sich nehmen. Generell empfiehlt sich eine Gabe auf mehrere kleine Einzeldosen pro Tag, um eine Überdosierung auszuschließen.

Wichtiger Hinweis: Kinder unter 6 Monaten dürfen in keinem Fall Ibuprofen bekommen! Auch bei älteren Kindern sollte immer Rücksprache mit dem behandelnden Kinderarzt gehalten werden.

Wie schnell tritt die Wirkung von Ibuprofen ein?

Je nach Gewicht und sonstiger Konstitution des Patienten tritt die Wirkung von Ibuprofen nach etwa 30 bis 45 Minuten ein. Hat sich bereits ein Gewöhnungseffekt eingestellt, kann sich der Wirkungseintritt verzögern.

Wie lange wirkt Ibuprofen?

Wie lange Ibuprofen wirkt ist abhängig von der Größe und dem Gewicht des Patienten. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der ein Wirkstoff bereits zur Hälfte abgebaut ist) beträgt etwa 2 bis 3 Stunden. Weil sich der Stoff im entzündeten Gewebe anreichert, kann die Wirkung allerdings noch einige Stunden danach andauern. Eine pauschale Aussage über die Wirkungsdauer ist allerdings nicht möglich. Ibuprofen wird zu etwa 2/3 über die Nieren und zu rund 1/3 über die Leber abgebaut. Bei dauerhafter Einnahme ergibt sich deshalb eine enorme Belastung für diese beiden Organe.

Darf man Ibuprofen gleichzeitig mit Alkohol einnehmen?

Der Konsum geringer Mengen Alkohol (ein bis zwei Glas Bier) in Verbindung mit der einmaligen, niedrigdosierten Einnahme von Ibuprofen ist zwar nicht ratsam, stellt für einen gesunden Menschen jedoch kein ernsthaftes medizinisches Risiko dar. Bei regelmäßiger (eventuell sogar hochdosierter) Einnahme sowie häufigem Alkoholkonsum ist jedoch absolute Vorsicht geboten. Weil sowohl Ibuprofen als auch Alkohol über die Leber abgebaut werden, kann es langfristig zu ernsthaften Schädigungen des Organs kommen. Die Kombination Wein und Ibuprofen ist denkbar schlecht für den Magen, da IBU zu den sauren Schmerzmitteln zählt.

Braucht man immer einen Magenschutz, wenn man Ibuprofen nimmt?

Wenn man bei gelegentlichen Kopfschmerzen eine halbe oder ganze Tablette Ibuprofen mit 400 mg Wirkstoff zu sich nimmt, braucht man keinen Magenschutz. Greift man allerdings häufiger zur hochdosierten Schmerzpille, kann der Einsatz eines Magenschutzes Sinn machen. Allerdings haben Arzneimittel wie Pantoprazol nicht nur Vorteile, sondern auch Nebenwirkungen.

Darf man seinem Hund Ibuprofen geben?

Auf keinen Fall! Bereits in niedrigen Dosierungen kann ein Schmerzmittel wie Ibuprofen bei Hunden toxisch wirken. Geht es dem Vierbeiner schlecht, weil er an Schmerzen leidet, sollte man einen Tierarzt konsultieren und davon absehen, Ibuprofen ins Hundefutter zu mischen.

Darf man Ibuprofen in der Schwangerschaft einnehmen?

Auch rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen sollten in der Schwangerschaft und Stillzeit nur im äußersten Notfall eingenommen werden. Zur Sicherheit ist außerdem immer der behandelnde Arzt zu befragen. Im Gegensatz zu ASS hat sich Ibuprofen in der Schwangerschaft und Stillzeit jedoch als recht verträglich und arm an Nebenwirkungen für Mutter und Kind bewährt. Die Einzeldosis sollte aber auf keinen Fall mehr als 800 mg betragen. Im letzten Drittel (Trimenon) der Schwangerschaft sollte man grundlegend auf Ibuprofen verzichten, da es zu Nierenschäden beim Ungeborenen führen und ein lebenswichtiges Gefäß in Herznähe verschließen kann. Hier ist Paracetamol die bessere Wahl.

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